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Weißenstadt – Voitsumra – Egerquelle – Schneeberg – Nußhardt - Seehaus - Drei Brüder – Rudolfstein – Weißenstadt

Weißenstadt – Voitsumra – Egerquelle – Schneeberg – Nußhardt - Seehaus - Drei Brüder – Rudolfstein – Weißenstadt
Informationen zur Tour
  • Sie bekommen eine GPX-Datei bei
    GPSies
  • Insgesamt 23 Kilometer
  • 611 Höhenmeter
  • Von mir vergebenes Prädikat:
    "Gut"
  • Anforderung an Kondition: "Hoch"
  • Schwierigkeitsgrad: "Gering"


Hinein in den Schnee!!
Sonntag, der 4. März 2018, 10:30 Uhr, der PKW geparkt am Großparkplatz beim Weißenstädter See. Die äußeren Bedingungen sind an diesem Tag gut, es hat leichten Frost bei trockenem Wetter – die Sonne kommt schon ganz leicht durch den milchig grauen Wolkenschleier. Wir verlassen Weißenstadt auf einer uns gänzlich unbekannten Route - nämlich auf dem geteerten Fuß- und Radweg in Richtung Voitsumra.
Die Wiesen und Felder um uns herum sind mit einer leichten Schneeauflage versehen, viele Vögel stimmen ihr Lied an, in der Luft liegt ein würziger Duft, der Frühling lässt sich erahnen.
Nach ein paar Kilometern führt der Weg in den Wald zunächst in der Breite einer Forststraße bis er sich zu einem schmalen Trampelpfad verjüngt. Der Pfad verläuft exakt neben der noch jungen und schmalen Eger und immer weiter hinauf bis zu deren Quelle. Die Quelle ist schwerlich zu übersehen, ist sie doch mit allerlei Steinen und Sprüchen garniert worden.
Es wird die Straße Bischofsgrün – Weißenstadt (WUN1) gequert um gleich darauf wieder im Wald zu verschwinden. Die hier vorherrschenden Schneelage lässt schöne Rückschlüsse auf die bereits gewonnen Höhenmeter zu. Es ist ein schönes Vergnügen für Mensch und Hund, auf den tief verschneiten Wegen durch den menschenleeren Wald zu stapfen und dort die frische, laue Luft einzuatmen. Wir erreichen die Fahrstraße bzw. Versorgungsstraße zum Schneeberg an der fast tiefsten Stelle. Es geht ab hier ca. zwei Kilometer in kontinuierlicher Steigung bis hinauf zum Gipfel. Der Weg ist unten gut vom Schnee geräumt. So laufen wir in gleichbleibendem Tempo die Steigung empor, bis hin zum nebelverhangenen Gipfel. Kann es etwas Schöneres geben, als zu sehen wie gut der Körper zu gebrauchen ist, ihn einzusetzen um ihn seiner Bestimmung zuzuführen. Dieses Glücksgefühl bekommst du nicht wenn du Zuhause auf dem Sofa herumliegst, nicht einmal Vorstellen wirst du dir dieses Gefühl können! Ich verlassen den Gipfel nicht ohne die besondere Stimmung die hier im Nebel herrscht auf mich einwirken zu lassen. In Richtung Süden geht es wieder hinunter. Unten bei der FGV-Hütte ist Zeit für eine Brotzeit, der Hunger hat sich eingestellt. Yuki und ich teilen uns die mitgebrachten Leckereinen. Ich lasse Fünf gerade sein, lasse mich von der Wärme der hier scheinenden Sonne und des Zaubers des Augenblicks in Hochstimmung und Glückseligkeit versetzen.
Yuki sitzt auf dem Schneehügel vor der Hütte um nach „Fremden“ Ausschau zu halten, sollten dann tatsächlich welche vorbeikommen, so kommt dann Yuki unverzüglich seinem „Job“ nach und beginnt die „Eindringlinge“ mit leisem Bellen und Knurren zu melden. Erhaben sitzt sie auf ihrem Schneehaufen und lässt keinen Blick von dem in unmittelbarer Nähe vorbeiführenden Wanderweg.
Im Sonnenschein vorbei am Nußhardt, bis zum Seehaus und dann in einer Kurve in die Richtung Vordorf. Die Wege um das Seehaus befinden sich in gutem Zustand, sie wurden von den vielen „Gipfelgehern“ gespurt, der Schnee ist festgetrampelt, der Weg gleicht an machen Stellen einem Eiskanal. Ich hatte es mir schon vor der Tour anhand der Wegführung ausgemalt: Der Rückweg führt unterhalb des Schneeberggipfels in nördlicher Richtung über Forstwege und diese Wege sind jedoch den ganzen Winter ohne Publikum gewesen, eine schöne Tiefschneeauflage bedeckt den Forstweg. Einzig die verharschte, gefrorene Auflage unter der zehn Zentimeter dicken Neuschneedecke lässt mich nicht ganz verzweifeln und hält dem Tritt stand. Dennoch breche ich oft durch die gefrorene Auflage, das Fortkommen kostet ein gehöriges Maß an Energie und Kondition. So geht es im Verschneiten Wald bei Sonnenschein schön langsam Kilometer für Kilometer unterhalb des Schneeberggipfels durch den Tiefschnee.
Der Umstand, ganz alleine im weglosen Gelände unterwegs zu sein fördert ein besonderes Maß von Glücksgefühl. Die Sonne, das tiefe Atmen, der umher tobende und vor Lebensfreude sprühende Hund, das zwitschern der Vögel und das alleine Sein - nur seiner Eingebung zu folgen und nur das zu tun wonach der Sinn verlangt. All dies zusammen scheint der Seele sehr gut zu tun!
Ich kommen dann beim Rudolfsattel an, hier sind die Wege wieder gut zu begehen, ist das doch der vielbegangenen Pfad vom Rudolfstein hoch zum Schneeberggipfel.
Mein nächstes Ziel ist der Rudolfstein. Ich hatte schon beim dahingehen überlegt: Ob ich nach der Wanderung zum Kaffee trinken einkehrte oder ob ich die Gunst der Zeit nütze und mich auf einer der Bänke im Sonnenschein vor dem Rudolfstein niederlasse um mir dort einen schönen Kaffee selbst zubereiten? Eigentlich klar! Ich hole alles aus diesem Tag, koche Kaffee in der Natur und lasse die erlebten Eindrücke nach einmal Revue passieren. Jetzt geht es flott dahin, vom Rudolfstein sind es nur noch vier Kilometer immer bergab in Richtung Weißenstädter See. Vergnügt laufen Yuki und ich unserm Ziel entgegen.

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