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Kleinziegenfelder Tal - Bärental

Kleinziegenfelder Tal, Modschiedel, Bärental

"Es ist nicht so, dass wir eine kurze Zeit zum Leben haben, sondern dass wir eine Menge davon verschwenden" - Seneca


Samstag der 13. Januar 2018 Start der Rundtour ab dem Gasthaus „Zur Forelle“ in Nordwestlicher Richtung. Gleich hinter dem Parkplatz des Gasthauses beginnt der Pfad und Endet auch schon wieder wenige Meter weiter vor einem Tor welches ein Tiergehege befriedet. Das Tor lässt sich jedoch leicht zur Seite schwingen und gibt den Weg der durch das Gehege führt frei. Es ist ein schmaler, naturbelassener Pfad der linksseitig dem Bach „Weismain“ folgt.

Beeindruckende Felsformationen direkt über uns – riesige Brocken türmen sich direkt neben dem Pfad auf. Der Fels glitzert vor Feuchtigkeit, an manchen Stellen haben sich große Eiszapfen gebildet. Hinter jeder Kurve ein neuer atemberaubender, ein für die Augen gefälliger Anblick den die Natur für uns bereit hält. Über eine mit Holzplanken belegte Brücke verlassen wir den Weg und unter uns strömt das klare Wasser der Weismain. Nächstes Ziel ist die Hochfläche oberhalb des Kleinziegenfelder Tales in östlicher Richtung. So geht es dann nach oben über einen glitschigen, schön steilen und mit Buchen und Eichen bewachsenen Hang von vielleicht 41°.


Wir haben tüchtig zu kämpfen um nicht zu Fall zu kommen unsere Wanderstöcke leisten hier, wie schon so oft zuvor, einen tollen „Job“. Wir können uns an ihnen hochziehen, uns abstützen, das Gleichgewicht halten, einmal unterstützen sie vor dann wieder hinter dem Körper das Vorankommen. Wir laufen auf Erntewegen bis zum Dorf Wohnsig, das Dorf mit den kreativen Köpfen! Können uns nicht erinnern einen aus Holzscheiten kreierten Weihnachtsbaum schon gesehen zu haben!


Zudem scheint es sich in dem Dorf gut leben zu lassen, der Ort macht eine familiären, durch den ländlich, verkehrsarmen Charakter auch einen friedvollen Eindruck. Wir laufen weiter durch eine typische Juralandschaft die durchsetzt ist mit kleineren Waldstücken, mal geht es kurz bergauf und wieder bergab, eine insgesamt leichte Wanderung auf der Hochfläche. Eine schön restaurierte über 400 Jahre alte Feldmarter steht zwischen den Ortschaften. Es wird angenommen, dass ein Unfall oder eine Notsituation der Anlass zur Errichtung der Marter waren.


Der Pfad führt weiter in Richtung Osten um dann vor dem Ort Krassach einen Schlenker in Richtung Süden zu beschreiben. Der gleichnamige Bach wurde begradigt und fließt Kanal ähnlich vom Dorf weg. Der Verlauf des Baches „Krassach“ ist besonders geeignet für die Errichtung von Mühlen, so gibt es die Krassacher Mühle, deren Geschichte bis in das 13. Jahrhundert zurück reicht und die „Herbstmühle“.

Die Herbstmühle im Bärental wurde früher auch Wunkendorfer Mühle genannt, weil die Einwohner von Wunkendorf und Neudorf hier ihr Getreide mahlen ließen. Außerdem holten sie in Zeiten, in denen es noch keine Wasserversorgung auf dem Jura gab, bei der Mühle ihr Trinkwasser, das auf beschwerlichem Weg hinauf in die Ortschaften transportiert werden musste. (Quelle: stadt-weismain.de)

Der Ort Krassach ist das „Zugangstor“ zum „Bärental“. Es ist ein wildromantisches Tal von knapp vier Kilometern Länge mit einigen naturbelassenen Arealen darin. Einige schroffe Felstürme beschreiben die Abbruch kante des Tales in westlicher Richtung.

In einem dieser Felsen ist vom Weg aus ein großes kreisrundes Loch zu sehen. Vielleicht ist das der Zugang zur „Bärenhöhle“? Vielleicht lebt dort ein großer brauner Bär. Er steigt dann im Frühjahr von der Höhle herab um im Tal umher zu wandern. Um zu jagen und um sich um seine Bärenkinder zu kümmern. Wir wollen nur schnell weitergehen, damit wir den Bären nicht im Winterschlaf stören…
Und tatsächlich wurden in der großen Karsthöhle benachbarten kleineren, „Fuchsenhöhle“ die Knochen eines Höhlenbären gefunden.
Auf schön befestigten Flurwegen nach Modschiedel hin, um Modschiedel herum an Fesselsdorf vorbei. Bis der Taltrichter des Kleinziegenfelder Tales von der Südseite her erreicht ist. Schön anzuschauende Wacholderhänge säumen das Tal. Es geht durch Kleinziegenfeld, dann führt der Pfad tatsächlich in den Wacholderhang hinein, vorbei am Wahrzeichen Kleinziegenfelds, dem Radfahrer auf dem Felsen. Einen Radfahrer auf einem Felsen zu platzieren. Auf diese Idee kamen zwei Brüder aus Kleinziegenfeld - um somit den Ort bekannter zu machen. Wir laufen quer zum Hang und oberhalb von Kleinziegenfeld und den nachgelagerten Häusern. Unten treffen wir wieder auf den „Weismain“ und folgen dem Bach rechtsseitig immer über Wurzelpfade, bis hin zum Ausgangspunkt der Tour.

Die Tour ist ohne größere Schwierigkeiten zu begehen und nach meiner Einschätzung auch Familientauglich. Besonders größere Kinder werden viel Freude daran haben entlang der Bäche zu wandern, einen Hang zu erklimmen und über diese entlang zu wandern und die Geschichten des Höhlenbären vom Papa zu erfahren. Einkehrmöglichkeit besteht im Gasthaus zur Forelle und der Schrepfersmühle . Steckenlänge knapp 22 Kilometer.
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