,

Seenweg - Hof - Speichersdorf

Tag Eins - 25.11.2017

Hof – Untreusee – Unterpferd- Stobersreuth – Förbau – Förmitztalsperre – Förmitz – Waldstein – Weißenstadt – Weißenstädter See – Schönlind - Weißenhaid

Es war geplant an diesem Wochenende den Seenweg von Hof nach Speichersdorf zu gehen. Die Wetter Vorhersage für das anstehende Wochenende war alles andere als rosig. Dauerregen am Samstag und für Sonntag in den höheren Lagen Schneefall gepaart mit viel Wind.
Da Susanne und ich berufstätig sind – ist die Zeit an den Wochenenden sehr kostbar. Und klar, hatten wir die Wettervorhersage für dieses Wochenende besorgt. Doch der Drang loszulaufen war dann einfach zu stark, es hätte auch Haifische regnen können - wir wären wohl trotzdem gegangen! In Weißenhaid hatten wir uns für die Übernachtung vorangemeldet. Die Streckenlänge sollte in der Theorie 70 Km betragen. Bis Weißenhaid sollten nach unseren Einschätzungen ca. 37 km zu gehen sein. Gegen Neun Uhr am Morgen starteten wir unsere Tour ab der Hofer Stadtmitte. Wir liefen zunächst quer durch die Stadt bis zum Untreusee. Ab dem See folgten wir der vorgegebenen Route auf dem Navigationgsgerät. Zudem besteht durchaus die Möglichkeit den Seenweg anhand der durchgehend guten Beschilderung - Blaues S auf weißem Grund - Es regnete ohne Unterbrechung vor sich hin. Die Wege waren wohl etwas matschig, dennoch gut zu begehen. Wir waren so schön im Gespräch und im beglückend erlebten Gefühl des Laufens, das wir uns gleich am Beginn zwei Mal richtig schön weit vom Pfad entfernt hatten. Wir sind einfach der Nase entlang anstatt der richtigen Route. So hatten wir gleich am Beginn ungefähr zwei Kilometer mehr „auf der Uhr“.

Die Faszination der Strecke liegt in deren Einfachheit, gemütlich geht es durch kleinere Waldgebiete und vorbei an Felder und Wiesen. Es macht Spaß so dahin zu laufen. Wir treiben unterwegs ein lustiges Spielchen: Regenjacke an und Regenjacke wieder aus… Keine Ahnung was das Wetter heute noch vor hat? In Förbau knurrt der Magen anständig. Wir nehmen Platz in einem Wartehäuschen der Deutschen Bundesbahn, um dort unseren Hunger zu stillen. Es bietet guten Schutz vor dem wieder stärker werdenden Regen. Draußen Brotzeit zu machen ist einfach etwas Tolles! Der Förmitztalspeicher ist nach der Stärkung schnell erreicht.
Für die, die es interessiert: Daten der Wetterstation Förmitzspeicher.
Am Horizont können wir den Höhenzug - die Waldsteingegend und unser nächstes Ziel schon sehen. Wir freuen uns schon auf das spannenden Erlebnis und den besonders reizvollen Aufstieg über den kleinen Waldstein zum großen Waldstein.

Johann Wolfgang von Goethe erforschte die Verwitterungsformen und fand heraus, dass im Lauf der Jahrmillionen die Umgebung schneller abgetragen wurde und die harten Granitschichten stehen blieben. Durch Verwitterung an den Kanten und in den Rissen fielen sie übereinander. Es war also nicht das Werk übernatürlicher Kräfte, sondern Erosion und viel Zeit.
Die Zeit ist wieder einmal viel zu schnell verronnen - es beginnt bereits zu Dämmern und zudem beginnt das Wetter umzuschlagen. Aus Regen wird Schnee aus Wind wird Sturm. Wir legen beim "Steinbruch" und dort beim Stolleneingang noch ein kurze Rast zur Labung und Stärkung für den weiteren Weg ein. Es ist ziemlich ungemütlich an diesem Platz zu dieser Zeit, rasch brechen wir deshalb wieder auf. Die Dunkelheit hat eingesetzt und wir nehmen den Abstieg in Richtung Weißenstäder See mit unseren Stirnlampen auf dem Kopf in Angriff.

Der Weg nach unten ist bei guten Bedingungen schon schwer zu gehen, doch jetzt bei Dunkelheit und glitschigem Untergrund ist er eine echte Herausforderung - die trotz allem einen riesen Spaß macht! Unten am Weißenstädter See angekommen beginnt das Wetter nun völlig verückt zu spielen: Der Wind kommt in Orkanstärke aus Süd-Östlicher Richtung und treibt eine Mischung aus Schnee und Regen vor sich her. Wir sind diesem Wetter bis zum Ziel in Weißenhaid in ungefähr Fünf Kilometer ausgesetzt. Der Orkanartige Wind peitscht eine Mischung aus Regen und Schnee gegen die Regenkleidung. Meine Regenklamotten haben dicht gehalten, eine super Leistung von den Teilen - hatte es den superleichten Teilen gar nicht zugetraut - ein bisschen Regen abhalten konnten sie natürlich, doch das die Materialien mit solch einem Sturm zurecht kommen und keine Näße durch lassen, hatte ich so nicht erwartet!
Wenn es euch interessiert? Habe in der Box - unten - Verweise zu den Sachen eingefügt.

Bezeichnung Einkaufen Gewicht
Berghaus  Paclite Regenhose Berghaus Herren Regenhosen    185g
MARMOT ESSENCE Regenjacke Marmot Herren Essence Jacke    180g

Wir sind dann entlang des Weißenstädter-Sees und zur Straße in die Richtung "Schönlind" und dann weiter nach "Weißenhaid". Wir hatten uns bei der Pension "Deistler" zur Übernachtung vorangemeldet. Die Familie war supernett und sehr hilfreich. Den Seenweg hatten wir an dieser Stelle verlassen. Anstatt weiter in südlicher Richtung über den Rudolphstein und Nußhardt zu laufen sind wir jetzt in leicht östlicher Richtung abgewichen. Wir werden morgen den Schneeberg auf östlicher Seite umgehen und dann beim "Seehaus" wieder auf den Seenweg treffen. Wir haben an diesem Tag summa summarum 43 Kilometer gemacht.

Tag Zwei - 26.11.2017

Fichtelsee – Gregnitzweiher - Nagel – Nagler See – Oberölbühl – Neubrand – Brand - Immenreuth - Haidenaab
In der Nacht trat der angekündigte Wetterwechesl ein, die Temperaturen sind gefallen und als wir nach der nach der erholsamen Nacht in der Pension am Morgen aus dem Fenster schauten - präsentierten sich die Landschaft in reinstem Weiß. So gegen Neun Uhr waren wir wieder auf dem Pfad. Die 43 Kilometer von gestern sind qasi Spurlos an uns vorüber gegangen, keine Blasen, Zerrungen, Stauchungen oder einen Muskelkater. Wir wollen heute einen gleich schönen und erfolgreichen Tag wie gestern erleben.

Und es geht hoch zur Weißenhaider-Mühle und dann immer in östlicher Richtung unterhalb des Schneeberggipfels entlang. Nach ca. 12 Kilometer, unterhalb des Seehauses stoßen wir wieder auf den GPS-Markierten Pfad . Es ist kalt geworden, die Landschaft hier im Hohen-Fichtelgebirge ist schön eingeschneit. Eiszapfen haben sich an den Felsen gebildet.
Wir überqueren die B303 um zum Fichtelsee zu kommen. Nach dem See geht es durch ein geschlossenens Waldgebiet in deren Mitte der Gregnitzweiher liegt, bis nach Nagel und zum Nageler See. Die Pfade sind einfach zu begehen, zum größten Teil geht es über Forstwege dahin. Beim Gregnitzweiher gibt es eine kurze Rast, es wird Kaffee gekocht und eine Kleinigkeit gegessen. Ohne Zwischenfälle erreichen wir den Nagler See. Der Ort Nagel wird in Südöstlicher Richtung verlassen um Oberölbühl anschließend zu durchlaufen.

Das Wetter ist Nasskalt geworden und Schnee gibt es in dieser Gegend auch keinen mehr. Freundliche Menschen die uns am Sonntagmittag nach unseren Befindlichkeiten und denen des Hundes erkundigen, sind tatsächlich anzutreffen.
In Ölbrunn, einem kleinen Ort mit toller Fernsicht in das Oberpfälzer Land, gibt es unsere zweite Rast. Es steht ein schönes hölzernes Buswartehäuschen am Wegesrand, exakt der Ort um für die Brotzeit Schutz zu finden und uns vor der steifen Brise die hier oben weht zu schützen. Obwohl wir schon "stramme Geher" sind, zieht sich die ganze Angelegenheit in die Länge und eine extra Pause tut gut.
Und wenn ich hier oft von "Pause" und "Brotzeit" in verschiedenen Häuschen und an Weihern berichte, so liegt doch immer zwischen den beschriebenen Annehmlichkeiten, ein strammer Fußmarsch.


Es beginnt sich schon wieder zu verfinstern. Das Tageslicht schwindet neben der fortgeschrittenen Zeit auch wegen des durchgängig bedeckten Himmels immer rascher. Und schon bald können Unbeteiligte Zuschauer zwei Kopflampen und den leuchtenden Bildschirm des Navigationsgerätes als sich bewegende Lichtquellen entlang der Straße ausmachen.
Vor Haidenaab dort bei den Fischweihern sollte der Pfad nach rechts in den Wald führen und im Wald laufend sollten die Fischweiher passiert werden. Das Problem war nur - das der Zugang zum Wald mittels Zaun verhindert wurde. Wir sind ganz oft auf und ab gelaufen in der Hoffnung den Zugang doch doch noch zu entdecken. Wir haben keinen Zugang gefunden. Jetzt bleibt nur noch als Option direkt auf der Teichkrone,  der aneinander gereihten Fischweiher zu gehen und auf gut Glück zu versuchen den Zugang doch noch zu finden.  Der Pfad sollte nach dem Navigationsgerät gleich - nur paar Meter entfernt, im Wald verlaufen - also zum Greifen nahe zu sein! So stolperten wir im Dunklen bei Schneetreiben auf der Teichkrone herum. Im Schein der Lampen war ein von Gebüsch und niedrigen Bäumen gesäumter Waldrand auszumachen, hier schon - ohne Zaun.  Doch niemand von uns beiden wollte aufs Geradewohl in der Schwärze der Nacht durch das Gestrüpp stoßen.
Wir haben uns vom Navigationsgerät leiten lassen und sind dann immer entlang der Teichkrone bis zu deren Ende vorgestoßen - der Pfad nur wenige Meter im Wald nebenan. Das Glück war uns Hold!  Am Ende der Teichkrone wurde der Wald lichter und der Pfad war deutlich, nur wenige Meter im Wald - im Schein der Lampen zu erkennen. War schon ziemlich aufregende das Ganze. Wir sind dann ohne größere Probleme in Haidenaab angekommen. Die ursprünglich bis nach Speichersdorf verlaufend Seenwegroute haben wir hier beim  Wartehäuschen der Deutschen Bundesbahn beendet. Haben den nächsten Zug nach Marktredwitz genommen und sind von dort wieder zurück nach Hof gefahren.
Ihr möchtet wanderblog.net unterstützen? Mit einem Klick geht das hier. Vielen Dank dafür.
wanderblog untersützen