Mittwoch, 13. Dezember 2017

Drei Tage in der Südöstlichen Fränkischen Schweiz - Tag Drei

BIEBERBACH BIS PEGNITZ | 39,0 Kilometer

Tag DREI | 15. OKT 2017

BIEBERBACH BIS PEGNITZ | 39,0 Kilometer
Alle durchwanderten Orte: Pegnitz | Plech | Spies | Strahlenfels | Wildenfels | Hiltpoltstein | Wolfsberg | Untertrubach | Großenohe | Thuisbrunn | Egloffstein | Geschwand | Bärnfels | Bieberbach | Wichsenstein | Gössweinstein | Behringersmühle | Pottenstein
Yuki vor dem Cafe im Gößweinstein

Gegen halb acht war ich aus dem Schlafsack gekrochen und hatte mir einen heißen Kaffee gemacht. Zum Frühstück teilte ich mit Yuki unser letztes Brot. Tarp, Schlafsack und Isomatte wurden eingerollt und verpackt. Draußen vor dem Wald, bemerkte ich überall die Reifnässe, das Gras war patschnass geworden. Im Wald jedoch ist es trocken geblieben.
Die Bilder die uns die Natur an diesem Morgen lieferte , sind an Schönheit schwer zu überbieten! Die Sonne scheint schräg stehend in den Bodennebel der sich zwischen den Bäumen gebildet hat. Das Licht der Sonne wird vom Nebel reflektiert – der Nebel leuchtet und strahlt! Dieser Anblick hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf mein Empfinden. Diese geballte Naturpower ist unglaublich mitreisend und einflussreich, macht sprachlos und das Herz öffnet sich. Nach 15 Kilometern werden wir Gößweinstein erreichen, dort könne wir dann ordentlich Brotzeit machen und unsere Proviantvorräte auffrischen. Durch Bieberbach und Wichsenstein haben wir noch zu laufen. Mein über das Navi vorgegebener Weg passt wieder nicht mit der Realität zusammen. Ich versuche mich deshalb an der grünen "5" zu orientieren.
Viele christliche Symbole, wie kleine Kapellen und Holzkreuze am Wegesrand zeugen von der Nähe der Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit mit Franziskanerkloster in Gößweinstein. Die Basilika Gößweinstein ist der zweitgrößte Wallfahrtsort im Erzbistum Bamberg und zugleich der größte Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands. Jährlich pilgern rund 140 feste Wallfahrtsgruppen nach Gößweinstein. Gößweinstein gilt als spirituelle und kirchliche Mitte der Fränkischen Schweiz.
Traumhafte Impressionen am Morgen bei der Wanderung

Der Weg über Feld-und Wiesenwege lässt sich einfach und bequem laufen, das Wetter ist zudem perfekt zum wandern. Schnell haben wir dann auch Gößweinstein erreicht. Wir „plünderten“ zuerst die Tankstelle, kauften „Mars“ und „Snikers“ in rauhen Mengen und literweise Mineralwasser. Welches von uns beiden sofort aufgefuttert bzw. getrunken wurde. Ein Stück weiter im Ort ist die freundliche Mitarbeiterin des Cafe`s soeben dabei die Tische und Stühle vor dem Cafe abzuwischen und herzurichten. Dann „plünderten“ wir auch noch diesen Laden. Yuki bekam drei Kornspitzen und ich meinen Kaffee und einen leckeren Käsekuchen. Wir ließen es uns richtig gut gehen, die Passanten sind freundlich und gutgelaunt. Kugelrund ist unser Bauch geworden nach diesen Leckereien. Nach der Malzeit zieht uns weiter, wir haben an diesem Tag noch einige Abenteuer zu bestehen.
Das Navi lotst uns hoch zur Burg. Kurz vor dem erreichen der Burgmauern biegt der Pfad nach links ab, über Treppen und Stiegen geht es steil hinab zum Fluß "Wiesent". Mächtige Felstürme, mit Efeu bewachsen, ragen entlang des Pfades in den Himmel.

Die Burg in Gößweinstein
Durch eine beeindruckende Landschaft mit  bizarren Felsformationen, Höhlen und anderen Karstformen, gehen wir auf dem Wanderpfad der parallel zur Bundesstraße verläuft die ca. 8 Kilometer bis Pottenstein. Der Pfad erforder oft die volle Aufmerksamkeit, den er ist mit kleinen und großen Steinbrocken und hoch stehenden Wurzeln durchsetzt. Eine Gruppe von Felsenkletterern üben sich an einer dieser Zinnen in ihrer Kunst.
Langsam zieht es immer mehr Ausflügler in die Fränkische Schweiz. Die Straßen und unser Wanderweg werden immer voller, das bunte Treiben um uns herum ist ein ziemlicher Kontrast für uns. Wo wir sonst die Pfade für uns alleine haben. Doch wir freuen uns über die Gesellschaft an diesem schönen Tag und der eine oder andere nette Kontakt kommt wie von selbst zustande. Jetzt um die Mittagszeit sind die Cafe´s in Pottenstein mit Gästen fast völlig belegt. Wir finden dann doch noch ein schattiges Plätzchen und machen es uns bequem. Noch einmal haben wir hier die Gelegenheit ausgiebig und mit Genuss zu speisen - „gebackener Camembert mit Preiselbeeren“ und für Yuki gibt es wieder Brötchen.
Immer dem Flüßchen Püttlach entlang, führt der Weg aus der Stadt.. Das Püttlachtal ist tief in die Juralandschaft eingeschnitten und besitzt viele markante Felsformationen. In den Orten entlang der „Püttlach sind die Häuser teilweise direkt an die Felsen gebaut.
Die Natur scheint uns an diesem Tag in diesem Tal regelrecht verzaubern zu wollen. Die verfärbten Laubbäume zeigen im Sonnenlicht ihre Farben noch intensiver, die Farben scheinen zu explodieren. Ich bleibe oft stehen und bewundere mit geöffnetem Mund diese Wunder der Natur.
In der Mitte der folgenden 15 Kilometer bis Pegnitz liegt die Ruine „Hollerberg“. Die Burgruine Hollenberg war eine spätmittelalterliche Amtsburg, die vermutlich Kaiser Karl IV. errichten ließ. Sie liegt auf einer Bergkuppe über dem Weiler Hollenberg. Von der Burg haben sich nur einige Gebäudereste und Bodenspuren erhalten der obere Teil der Burg dient heute als Aussichtspunkt mit einem wunderbaren Blick über das Juragebirge. 

Der Weg zur Sonne

Eine steile Rampe geht hoch zur Burg, die kurze Mühe wird mit einem tollen Ausblick belohnt. Es geht wieder weiter durch kleinere Wälder und über Feld- und Wiesenwege, bis hinein nach Pegnitz. Zu unserm Auto ist noch ein gutes Stück durch die Kleinstadt zu laufen. Bald befinden wir uns im Auto, noch immer sind die Gedanken bei den Erlebnissen der vergangenen Drei Tage. Es war eine der intensivsten Touren die ich in der letzten Zeit gemacht habe.