Mittwoch, 13. Dezember 2017

Drei Tage in der Südöstlichen Fränkischen Schweiz - Tag Eins

110 KIlometer in der südöstlichen Fränkischen Schweiz

Freitag 13.- Sonntag 15. Oktober 2017 | 110 Kilometer in der südöstlichen Fränkischen Schweiz

Alle durchwanderten Orte: Pegnitz | Plech | Spies | Strahlenfels | Wildenfels | Hiltpoltstein | Wolfsberg | Untertrubach | Großenohe | Thuisbrunn | Egloffstein | Geschwand | Bärnfels | Bieberbach | Wichsenstein | Gössweinstein | Behringersmühle | Pottenstein

Tag EINS | 13. OKT 2017

Von Pegnitz bis kurz vor Hiltpoltstein | 33,4 Kilometer
Die Waldwege des Veldensteiner Forstes
Die bevorstehende Wanderung sollte nach ersten Recherchen um die 105 Kilometer betragen. Das Wetter sollte zunächst bedeckten sein und später die Sonnen scheinen. Deshalb wird mein Tarp als einfacher Schutz für die Nacht völlig ausreichen.
Freitag 10:00 Uhr, Pegnitz, Hans-Böckler-Str. ich starte den 105 Kilometer langen Weg. Nach wenigen Kilometern haben Yuki und ich die südliche Stadtgrenze erreicht. Letzte schöne Sandsteinhäuser stehen am Rande des Weges.
Es liegen ca. 37 Kilometer mit Wäldern, Felsen und Naturdenkmäler vor uns. Nach einigen Kilometern über Feldwege und Wiesen, erreichen wir den „Veldensteiner Forst“. Der Veldensteiner Forst ist mit einer Fläche von siebzig Quadratkilometern eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Bayerns. Auf meist gut ausgebauten Forstwegen und ohne nennenswerte Anstiege geht es durch den Forst dahin. Ab und zu führt uns der Pfad quer durch den Wald über Wurzelwege und federnden Waldboden. Der Forst besteht zum größten Teil aus Kiefern und Heidekräutern.
Vorbei an Naturdenkmälern wie dem großen und kleinen Lochstein welche zu den bizarren Felsformationen gehören, wie sie im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst sehr typisch sind. Nach dem kleinen Lochstein geht es weiter zu den Eislöchern. Wer möchte, kann sich über den Schutzzaun beugen und die Löcher von oben bestaunen, es ist aber nicht ganz ungefährlich. Wir streifen das Wildgehege "Hufeisen". Der Wanderpfad führt am Wildschweingehege vorbei, und Yuki ist ganz aufgeregt.

Die Lochfelsen

Wir beide sind ordentlich hungrig geworden, eine schöne Bank im Sonnenschein steht fast am Ende des Veldensteiner Forstes zur Verfügung. Die Schuhe ausziehen, essen und trinken und das Leben genießen. Eine Sportlerin mit einem ganz toll gehorchenden großen Hund begegnet uns. Ich bin davon sehr beeindruckt. Der Himmel beginnt sich zu lichten, erste Sonnenstrahlen erreichen den Boden. Vor Plech verlassen wir dann den Forst endgültig, laufen leicht und schnell im Sonnenschein ein paar Kilometer entlang eines Waldrandes und dann durch den Ort Plech. Fränkische Mittelgebirgslandschaft, kleinere Waldgebiete, Felder und Wiesen. Wir unterqueren die A9 und sind im Ort „Spies“ angekommen. Die 2. Heumaht oder Grummet liegt zum trocknen bereit. Das getrocknete Gras riecht so unglaublich gut. Bald schon kommen wir zu den „Eibengrat-Felsen“. Für Wanderer, die gerne mal etwas klettern möchten, ist der Eibgrat-Felsensteig genau das Richtige. Der Felsenpfad ist ungefähr ein Kilometer lang und anspruchsvoll. Die Felsen dort sind eigentlich immer rutschig, da sie nie richtig trocken werden. Das Naturdenkmal „Steig“ führt durch enge Spalten, über Felsbrocken und an Abhängen vorbei. Meist läuft man im Schatten großer Buchen. Besonders beeindruckend ist der Blick von der Rastbank am höchsten Punkt des Grates. Von hier können wir das Felsmassiv der Eibtaler-Wand einsehen, die seltenen Greifvögeln als Brutplatz dient.

Markierung des Wanderweges

Wir laufen durch wunderschöne verfärbte Laubwälder bis Strahlenfels und weiter bis Wildenfels mit der gleichnamigen Burgruine. Diese Burgruine schläft einen regelrechten Dornröschenschlaf. Weil von Bäumen überwachsen sieht man aus der Ferne nur den Burgfried hochragen. Die ehemalige Burg Wildenfels wurde im 13. Jahrhundert erstmals benannt. Im Jahre 1553 wurde sie zerstört und wurde nicht mehr aufgebaut. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt erstmals in einer Burgruine zu schlafen, ein ungemein reizvoller Gedanke.

Die Burgruine Wildenfels

Doch leider gab es in der Ruine kein Plätzchen um das Tarp aufzustellen. Um diese Jahreszeit bleibt es nur bis ca.Sieben Uhr hell, das es schon halb Sechs ist muss ich schauen wo ich die Nacht verbringen kann. Also wieder runder von der Ruine. Wir machen uns wieder auf den Weg, die nächste Ortschaft wäre schon Hiltpoltstein. Ich durchstreife den nächsten Wald auf der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz für die kommende Nacht. An einem Waldrand ist tolles ebenes Wiesengelände und keine Straße in der Nähe.
Ich baue das Tarp in kürzester Zeit auf, lege Isomatte und Schlafsack aus, beginne eine Nudelsuppe zuzubereiten und freue mich über die geleisteten Kilometer und das bisher alles gut geklappt hat. Der Sonnenuntergang taucht den Wald gegenüber in letztes Licht. Wir beide schlafen früh ein.
Das Abendessen